Don Pedro, ein Kind des mystischen Amazonas

Don Pedro bei einer Behandlung.
Zum Heiler geboren
Heiler zu sein, sucht man sich nicht aus. Man wird mit diesen Kräften geboren. Don Pedro sagt: „Desde muy joven soy curandero“ (Ich bin Curandero seit ich sehr jung war). Schon sein Vater und Großvater waren angesehene Heiler, die früh die Heilkräfte in dem Kind erkannten. Regelmäßig bei Vollmond und bei Neumond besuchten darum Heiler des Stammes der Mayoruna die Familie und unterzogen den Jungen Ritualen, die diese Kräfte in ihm stärken sollten. So bekam er etwa regelmäßig Jaguarblut zu trinken. Er lernte, den Klang des Waldes zu hören, den Wald mit allen seinen Sinnen wahrzunehmen. Er lernte gleichsam „ohne Augen zu sehen, ohne Ohren zu hören“, Teil des Waldes zu sein.
Von seinem Vater lernte Don Pedro schon als Sechsjähriger viel über die Anwendung von Heilpflanzen. Zum Curandero wird man aber erst, wenn die Pflanzen selbst zu Lehrern werden. Dazu hat sich Don Pedro für drei Jahre in den Wald zurückgezogen. Ohne Kontakt zu Menschen lebte er ganz alleine auf sich gestellt von dem, was der Fluss und der Wald ihm an Nahrung zur Verfügung stellten. Nach Monaten der Prüfung wurde er von den spirituellen Meistern gefragt, ob er wirklich Heiler sein wollte und Nacht für Nacht lehrten sie ihn das Wesen von Krankheiten und die Icaros, mit denen er Krankheiten heilt. Nachdem Don Pedro seinen Militärdienst abgeleistet hat, hat er mit 23 Jahren mit seiner Heilarbeit begonnen.
Don Pedro lebt in seinem Camp umgeben vom Wald. Sein Alltag unterscheidet sich nicht von dem der Menschen in seinem Dorf. Er kümmert sich um sein Haus und das Camp. Er pflanzt Yuca und Kochbananen an. Er geht fischen und repariert seine Netze. Aber er sagt: „Todo lo que puedo hacer de día y en la noche me dedico a curar“ (alles, was ich am Tag und in der Nach machen kann, ist meine Bestimmung zu heilen). Und wenn jemand ihn um Hilfe bittet, berät er sich mit seinen spirituellen Meistern, bereitet Pflanzenmedizin zu und hilft mit seinen Icaros.