Aktuelle Projekte 2020 / 2021

Der Regenwald ist die Lunge unserer Erde. Und dieses so wichtige Organ ist krank: Es brennt, wird abgeholzt, die darin lebenden indigenen Völker und Schützer werden ermordet. Drei Fußballfelder Regenwald fallen pro Minute der Industrie zum Opfer – und damit Menschen, Tiere und Pflanzen.

Unsere Mutter Erde schmückt sich mit den schönsten Brillanten. Sie werden von Menschen geraubt, die dafür einen Preis bestimmen. Aber der Preis, den wir für das jahrzehntelange Plündern letztlich bezahlen, ist hoch: Wir verlieren nicht nur die natürliche Klimaanlage der Erde, den Regenwald, sondern damit auch Kultur, Wissen und Heilungskräfte, die in der westlichen Welt so nicht mehr vorhanden sind. Dabei können wir davon so viel lernen.

Wir möchten deshalb aktiv zur Heilung unserer grünen Lunge beitragen  – und wünschen uns deine Unterstützung! Aktuell haben wir einige laufende Projekte, mit denen wir den Regenwald und die Erhaltung des enormen Wissens und der so wichtigen Kultur unterstützen.

Nachhaltig helfen: Kultur und Wissen schützen

Don Pedro Guerro ist ein Schamane. Ein sogenannter Curandero oder Heiler. Sein tiefes Wissen über die heilende Kraft von Medizinbäumen stammt aus mehreren Generationen von Schamanen. Heute ist er einer der wenigen, die noch mit diesen Traditionen des alten Amazoniens vertraut sind. Er ist stets bemüht, seine Arbeit mit den Pflanzen, Bäumen, Rinden und Wurzeln seiner Heimat zu teilen. So geht sein Wirken schon heute weit über die Grenzen Perus hinaus. Internationale Kongresse, ein Vortrag an der renommierten Harvard Universität wiederspiegeln das große Interesse an ihm. Sein Leben jedoch findet in einem Camp mitten im peruanischen Regenwald statt. Dort kultiviert er wichtige Medizinbäume, leitet spirituelle Seminare und unterstützt Menschen bei unterschiedlichen Krankheiten. Davon profitiert nicht nur seine Familie sondern die ganze umliegende Region sowie die heutige Medizinforschung. Alle seine Projekte laufen dank der zahlreichen Unterstützungen von seinen Freunden und Freundinnen aus Europa und den USA. Durch die Spendengelder kann er seine wichtige Arbeit für den Regenwald fortsetzen. Folgende Massnahmen stehen aktuell im Vordergrund:

 

Projekt zur rechtlichen Absicherung von Landteilen (die Heimat von Don Pedro)

Freimachung der Gehwege zur Bemessung des Landteils

Gemeinsam im Kanu unterwegs zu den Landteilen

April, 2021: Die erste Etappe konnte erfolgreich umgesetzt werden. Ein großes Dankeschön an alle Spender und Spenderinnen für die zahlreichen Geschenkspenden. Don Pedro und sein Team konnten somit die Bemessung des Grundstückes durchführen und eine Begutachtung beantragen. Die offizielle Eintragung im Ministerium ist noch offen. In einem weiteren Schritt konnte Don Pedro die offizielle Eintragung der NGO „El Refugio del Buho“ erzielen. Diese gemeinnützige Organisation beinhaltet mitunter den rechtlichen Schutz und Kauf von Landteilen. Mehr dazu von Don Pedro in seinem Live Zoom-Interview am 23. April 2021.

Don Pedro bei seiner harten Arbeit mit Machete

Februar, 2021: Der Baumschamane Don Pedro berichtet, dass Arbeiter des multinationalen Konzerns TAMSHI einige wertvolle Bäume aus seinem staatlich registrierten Gebiet illegal gefällt haben. Es handelt sich dabei um ca. 150 ha Regenwald, den dieser Konzern angreifen will. Ein Arbeiter hat ihm sogar schon 50,000,- US Dollar für den Kauf geboten. Doch an einen Verkauf ist Don Pedro nicht interessiert. Für ihn geht es um den Erhalt der Natur und der in ihr lebenden Vielfalt. Er selbst wurde dort geboren und seine Eltern haben dazumal diesen Landteil zur eigenen Nutzung staatlich registrieren lassen. Die staatliche Registrierung allein reicht aber im Rechtsfall nicht aus. Somit ist ein wesentlicher nächster Schritt zur Sicherstellung dieses Landteils die Einschreibung in das Landwirtschaftsamt. Vergleichbar mit einer grundbücherlichen Eintragung in Österreich. Um diese Einschreibung zu ermöglichen hat Don Pedro einen sogenannten „Perrito“ übersetzt „Hündchen“ beauftragt, sein Land erneut zu vermessen. Nach ca. einer Woche erfolgt eine erste Begutachtung durch einen Ingenieur und im Anschluss die Eintragung im Ministerium. Dieser Prozess beinhaltet sehr viele Ausgaben und sollte zügig laufen. Nur mit dem Erwerb des Eigentums kann Don Pedro dieses Gebiet vor der kompletten Zerstörung schützen.

Für die Bezahlung der Gutachter, die Erstellung der Gutachten, die rechtlichen Unterstützungen sowie die Bezahlung am Ministerium werden in einem ersten Schritt US Dollar 5.000,- benötigt. Zur allgemeinen Info: Ca. 300 Euro ermöglichen den Kauf eines Hektars Regenwald. Dieser Preis variiert sehr stark nach oben.

 

Projekt zur laufenden Wiederaufforstung und zum Anpflanzen von kostbaren Medizinbäumen und Medizinpflanzen

Im Bild siehst du die neu gepflanzten QUILLOSISA Bäume

Der bekannte Medizinbaum SANGRE DE GRADO, neu gepflanzt 2020 im Camp von Don Pedro

Juni, 2020: Don Pedro und sein Team haben in den letzten Monaten ca. 10.000 Bäume gesetzt im Regenwaldgebiet Nahe dem Camp. eine der neu gepflanzten Baumsorten nennt man „QUILLOSISA“. Die Bezeichnung stammt ursprünglich aus dem „Quechua“ und steht für gelb. Es handelt sich um einen Holzbaum, der häufig für den Bau von Häusern verwendet wird, die jahrelang gefällt wurden und niemand widmete sich der Wiederaufforstung. Da Don Pedro und seine Söhne die Notwendigkeit der Wiederaufforstung sehen und über die Zukunft der Generationen nachdenken, widmen sie sich diesem Wiederaufforstungs- und Naturschutzprojekt.

Die Eigenschaften dieses Baumes sind: mittelgroß, bis zu 20 Meter hoch und 20 cm im Durchmesser, mit quirligen Zweigen und gelben Blüten, die die Krone bedecken, wenn sie blühen. Glatter äußerer Kortex mit gruppierten Linsen; mit geringer Ablösung des Rhytidoms; grünlich-braun. Rötliche innere Rinde; saurer Geschmack; ohne Geruch; faserige Textur; mit wenig transparenter Exsudation.

Weiters erfolgreich gepflanzt wurden Medizinbäume „Sangre de grado“, die Pflanze Mucura und cafe nativo:

Sangre de Grado ist eine Pflanze, die als heilender, entzündungshemmender Hautregenerator bei versehentlichen oder nach einer Operation verursachten Schnitten wirkt.

Die Mucura verwendet Don Pedro Guerra bei Menschen mit rheumatischen Problemen und Hautproblemen, um das Immunsystem, das Herz und das Nervensystem zu aktivieren und zu stärken. Dieses Arzneimittel wird mindestens einen Monat lang mit einer sehr strengen Diät verabreicht. Bei Menschen mit fortgeschrittener Schwere der Erkrankung wird eine Diät von 3 bis 6 Monaten empfohlen.

Bei „Cafe nativo“ handelt es sich um eine weitere Heilpflanze, die von Don Pedro Guerra bei Menschen verwendet wird, die aufgrund schlechter Ernährung Probleme mit hämorrhagischem Dengue-Fieber, Malaria, Chikunguya und Koliken haben. Mitunter empfiehlt er „cafe nativo“ auch bei COVID19 Patienten. Er hat diese Pflanze direkt am Camp gesetzt.

 

Projekt zur Instandhaltung der Lehmstraße zum Camp

Januar, 2020: Um bestimmte Medizinpflanzen für die Arbeit im Camp zu finden, ist heute eine mehrtägige Bootsreise erforderlich. Allerdings ist der Wasserstand meistens so niedrig, dass der Fluss vom Camp weg nicht befahrbar ist. So gibt es eine Alternativ Möglichkeit über eine 6 km lange Lehmstraße. Diese führt durch den Regenwald bis zum nächsten Dorf namens Tamshiyacu, welches direkt am Amazonas liegt. Diese ist allerdings wegen immer stärker werdenden Regengüssen nicht mehr befahrbar. Nur erschwert können tiefe Furchen und Schlaglöcher mit Hand und Schaufel geebnet werden. Diese Arbeit ist mehr frustrierend als erfolgreich. Der Regen zerstört immer wieder die tagelange Arbeit der Dorfbewohner. Da es keine Regierung gibt, die sich für die Instandhaltung von Straßen in dieser wirtschaftlich uninteressanten Region einsetzt, will Don Pedro sich nun um die Reparatur der Straße bemühen.

 

Die kaputte Lehmstraße hin zum Camp

Eine wirklich nachhaltige Lösung für die Aufrechterhaltung der Straße zum Camp ist die Anschaffung eines gebrauchten CAT Kettendozers. Mit diesem können Don Pedro und sein Team die Straße wieder nutzbar machen. Das Ziel ist es, diese Hilfestellung gemeinsam möglich zu machen. Und dafür sind keine riesigen Summen nötig: Auch ein Euro hilft. Schenke, wenn du magst, so viel du kannst und so viel du möchtest. Don Pedro, der Regenwald und viele Menschen, die bei ihm Hilfe und Schutz suchen, danken dir von Herzen. Wir freuen uns sehr über deine Unterstützung. Und wenn du gerade kein Geld schenken kannst, so freuen wir uns auch, wenn du an Don Pedro und den Regenwald denkst und eine achtsame Minute für sie widmest.