Don Pedro, ein Kind des mystischen Amazonas

Don Pedro, der erstgeborene Sohn Don Jose Guerras, wurde für ein besonderes „Kraftkind“ gehalten. Er wurde von den Schamanen der Mayorunas regelmässig bei Vollmond sowie bei Neumond besucht. Dabei wurde er mit geheimnisvollen Kräutern gereinigt. Er sollte unverwundbar werden, seine Instinkte sollten geschärft werden. Man gab ihm in jener Zeit regelmässig zu gewissen Zeiten bei Neumond frisches Jaguarblut zu trinken. Dabei stellte man das Kind auf ein Stück versteinerten Baum. Das sind die einzigen Steine, die es im Amazonastiefland gibt. Das Ritual sollte helfen, Don Pedros angeborene magische Fähigkeiten vital zu entwickeln.

Don Pedro bei einer Behandlung.

Don Pedro bei einer Behandlung.

Asketischer Weg zum Curandero

Als Peruaner musste er den Militärdienst absolvieren. Er lernte dabei u.a. Kriegsschiffe am Amazonas zu steuern. Als Don Pedro jedoch vom Militärdienst zurück kam, war für ihn erst recht klar, er wolle seiner Bestimmung zum Curandero folgen. So begab er sich auf Anraten seines Vaters in den Urwald, um dort etwa zwei Jahre in völliger Einsamkeit, mit extremer Nahrungsmitteleinschränkung, ohne jeden menschlichen Kontakt zu leben, so wie es in der „Urwaldschule“ der Curanderos im peruanischen Regenwald seit alter Zeit Tradition ist. Seiner Erzählung nach bekam er diese Kraft vom Huairurubaum, einem sehr mächtigen Urwaldriesen, weshalb er zur Gruppe der Paleros gezählt wird, den „Baumwissenden oder „Baumschamanen“. Ein Palero hat den Zugang zur geistheilenden Kraft jederzeit. Die Kraft ist ihm verfügbar über die Mariris, einer Energie, die sich im Brustraum manifestiert und über den Mund als eine Art transparente Substanz sichtbar werden kann.

Als er nach etwa zwei Jahren völlig abgemagert, aber geistig geklärt zurück kam, hatte er im „Gepäck“ mit dabei seine Icaros, seine persönlichen Heilgesänge, die er von den Naturgeistern bekommen hatte. Er erhielt die Fähigkeit zur exakten Pulsdiagnose, dem diagnostischen Hilfsmittel, das als Grundausstattung eines amazonischen Curanderos gilt. Sein Wissen über Heilpflanzen hatte er durch „innere Schau“ gründlich erweitert. Von jener Zeit an, war er in seinem Dorf als Heiler tätig. Da im Dorf Subsitenzwirtschaft herrscht, es Geld kaum gibt, arbeitet Don Pedro meist unentgeltlich. Seine Familie ernährte er zumeist mit seiner Arbeit als Fischer und Campesino.

Einige Jahre war Don Pedro im Camp von Don Agustin Rivas Vasqez, (Bekannt durch den Film „Unterwegs in die nächste Dimension) als Curandero beschäftigt. Die Beiden sind gute Bekannte. Don Pedro arbeitet auch immer wieder mit Ärzten des Hospitals in Tamishiyacu zusammen. Don Pedro hat insgesamt acht Kinder. Er lebt mit seiner Frau in Tamishiyacu. Er ist mehrmals in die vereinigten Staaten und nach Europa eingeladen worden. Angebote für amerikanische Universitäten zu arbeiten und in die Staaten zu ziehen, hat er entschieden abgelehnt. Sein Camp im Regenwald steht Menschen aus aller Welt offen, die ihn wegen körperlicher wie seelisch/spiritueller Anliegen besuchen wollen.